1910 In diesem Jahr wurden die k.k. Kunststickereischule, eine Fachschule für Kleidermacher und eine Fachschule für Wäschewarenerzeugung zur k.k. Zentrallehranstalt für Frauengewerbe in Wien vereinigt. Ein Jahr danach wurde das Schulkonglomerat um eine Bildungsanstalt für Frauengewerbelehrerinnen erweitert. Weitere Ausbildungsformen im textilen Bereich wie die Gobelinerestaurier- und Webschule sowie der k.k. Zentral-Spitzenkurs ergänzten später noch das Bildungsangebot. Hier zeichnen sich bereits deutlich jene Inhalte ab, die bis heute an der Herbststraße gelehrt werden. 1920 In einem weiteren Entwicklungsschritt wurde die k.k. Anstalt für Frauen-Hausindutrie eingegliedert. Durch Vermittlung von Kenntnissen, Materialbeschaffung und Absatzvermittlung verschaffte diese Lehranstalt Mädchen und Frauen in wirtschaftlich schlechten Zeiten eine geförderte Heimarbeit. 1945 Übersiedlung vom bisherigen Standort in der Mollardgasse nach Ottakring, in das Haus des tschechischen Schulvereins Komensky in der Herbststraße. Bis 1976 war hier auch die Berufspädagogische Bundeslehranstalt für Bekleidungsgewerbe untergebracht, in der Lehrer/innen für den gewerblichen Fachunterricht ausgebildet wurden.
1970 In diesem Jahr erfolgte die Gründung des Direktricenlehrganges, der 1995 zum letzten Mal geführt wurde, und dessen Ziel es war, Führungskräfte für Haute Couture und Bekleidungsindustrie hervorzubringen. 1975 Neben der bisherigen vierjährigen (seit 1997 dreijährigen) Fachschule für Mode und Bekleidungstechnik wurden in diesem Jahr die ersten Jahrgänge der Höheren Lehranstalt für Mode und Bekleidungstechnik eröffnet. Gleichzeitig legte sich die Herbststraße einen neuen Ausbildungszweig zu, die Höhere Lehranstalt für Kunstgewerbe heute: künstlerische Gestaltung. 1976 Mit der Einführung des Lehrganges für Textilrestauratoren wurde in Zusammenarbeit mit Museen und Privatwerkstätten eine ganz spezielle Ausbildung geschaffen, die nicht nur die historischen Techniken vermittelte, sondern auch die modernen Methoden der Restaurierung und Konservierung von wertvollem, textilem Kulturgut. 1998 fiel dieser einzigartige Lehrgang dem amtlichen Sparstift zum Opfer. 1980 Die neuen Schulformen ganz besonders das Kunstgewerbe - waren ein voller Erfolg und akute Raumnot verlangte bald einen Um- und Zubau. 1986 konnte das neue Schulgebäude endlich besiedelt werden. 1988 Die Palette an Ausbildungsmöglichkeiten in der Herbststraße wird um ein zweijähriges Kolleg für Mode und Bekleidungstechnik und den einjährigen Lehrgang für Bühnenschneiderei erweitert. Um diesen vor drohenden Einsparungen zu retten, wird er heute im Rahmen der Meisterschule für Damenkleidermacher mit den Schwerpunkten Haute Couture oder Bühnenkostüm geführt. 2003 Blickt man auf die lange Geschichte der Schule in der Herbststraße zurück, so zeigt sich, dass sie immer ein lebendiger Organismus war, der auf Veränderungen der Berufswelt reagierte, um den Absolventen jeweils die besten Chancen am Arbeitsmarkt zu eröffnen so auch heute: Seit dem Schuljahr 2003/04gibt es einen neuen Ausbildungszweig Supply Chain Management - als Schulversuch. Schwerpunkte der Lehrinhalte (bezogen auf den Sektor Mode und Bekleidung) sind unter anderem: InformationsmanagementProdukt- und ProzessentwicklungQualitäts- und ProduktmanagementRechnungswesen und Controlling
Die Absolventen sollen für den Einsatz in Schnittstellenbereichen der Modebranche mit In- und Auslandsfertigung vorbereitet werden, damit die Kollektion zum richtigen Zeitpunkt in den richtigen Mengen am richtigen Ort vorhanden ist.
Weiters ist eine Zertifizierung dieser Ausbildung geplant, die den Abgängern die Eintragung in eine internationale Wissensdatenbank ermöglicht. Aus diesen Datenbanken wählen Betriebe jene Fachkräfte, die ihren Anforderungen gerecht werden. |