Im Juni reisten die Studierenden des Kollegs ModeDesignTextil nach Paris, um im Rahmen ihrer Ausbildung die internationale Mode-, Design- und Kunstszene zu erkunden. Ziel der Reise war es, neue Impulse für die Entwicklung der eigenen Abschlusskollektionen zu sammeln, Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder zu erhalten und Inspiration für die gemeinsame Abschlusspräsentation zu gewinnen.
Während der fünftägigen Exkursion standen Ausstellungen, Material- und Trendrecherchen, Atelierbesuche sowie die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst und Architektur auf dem Programm. Alle Beobachtungen, Skizzen, Materialproben und Reflexionen wurden in persönlichen Sketchbooks dokumentiert und dienen nun als Grundlage für die weitere Entwicklung der Diplomkollektionen.
Ein besonderes Highlight war der Besuch der Fondation Azzedine Alaïa, in der die Studierenden die Ausstellung Azzedine Alaïa and Christian Dior besuchten. Die Gegenüberstellung der beiden Couturiers ermöglichte spannende Einblicke in Silhouette, Konstruktion, Handwerk und die zeitlose Relevanz von Haute Couture.
Zu den Höhepunkten der Reise zählte außerdem der Besuch der École Lesage, einer der renommiertesten Ausbildungsstätten für Stickerei und textile Handwerkskunst. Besonders die Möglichkeit, ausgewählte historische Stickereien aus dem Archiv zu sehen, hinterließ bei vielen einen bleibenden Eindruck. Die Studierenden erhielten Einblicke in die Geschichte des Hauses Lesage, die Zusammenarbeit mit bedeutenden Modehäusern sowie die Entstehung aufwendiger Stickereien. Gerade für angehende Designer*innen, die sich im Rahmen ihrer Ausbildung intensiv mit Sticken, Stricken, Weben und Oberflächengestaltung beschäftigen, war dieser Besuch von besonderem Wert.
Ein weiteres Highlight war bestimmt der Atelierbesuch bei Eric Charles-Donatien, einem der letzten Federschmuckmacher von Paris. Die Studierenden konnten aus nächster Nähe erleben, wie traditionelle Handwerkstechniken bis heute für Haute Couture, Kunst und Bühnenproduktionen eingesetzt werden und erhielten einen sehr persönlichen Einblick in die Modebranche.
Neben den gemeinsamen Programmpunkten blieb viel Raum für individuelle Recherche. In Stoff- und Kurzwarenhandlungen wie Marché Saint-Pierre, Ultramod oder Maison Sajou sammelten die Studierenden Materialproben, analysierten textile Qualitäten und erweiterten ihre Materialbibliotheken.
Auch Institutionen wie das Palais Galliera, das Musée des Arts Décoratifs, die Fondation Louis Vuitton sowie verschiedene Orte im öffentlichen Raum boten vielfältige Anknüpfungspunkte für die Auseinandersetzung mit Handwerk, Form, Farbe, Materialität, Inszenierung und Präsentation.
Die Reise zeigte eindrucksvoll, wie eng Mode, Kunst, Handwerk, Architektur und Kultur miteinander verbunden sind. Die zahlreichen Skizzen, Fotografien, Materialsammlungen und Notizen werden die Studierenden noch lange begleiten und in die Entwicklung ihrer Abschlusskollektionen einfließen.
Mit vielen neuen Eindrücken, Ideen und Inspirationen kehrte die Gruppe nach Wien zurück – bereit, die gesammelten Erfahrungen in ihre eigenen gestalterischen Projekte zu übersetzen.








































