Der 2. Jahrgang B der HLA Mode auf den Spuren von Orwells 1984
Wie ist es, in einem Land zu leben, in dem man ständig aufpassen muss, was man sagt, was man schreibt und mit wem man sich trifft? Bilal Beruti weiß das genau. Vor zehn Jahren ist er aus Syrien nach Österreich geflüchtet. Kürzlich hat er die 2HMB besucht. Die Klasse beschäftigte sich seit mehreren Wochen im Deutschunterricht mit den Themen Überwachung, Kontrolle und Dystopien, mit “1984” und “Schöne neue Welt”.
“Über Politik darfst du gar nicht sprechen”, berichtete Bilal, wie ihn die Schüler:innen nennen durften. In Syrien arbeitete Bilal als Journalist. Doch auch Artikel über harmlos scheinende Themen konnten gefährlich sein. “Gutes Thema – aber nicht in Syrien”, habe sein Chefredakteur immer wieder gesagt, erzählt Bilal. Ins Gefängnis sei man schnell gekommen. Drei Monate habe auch er in Haft verbracht, auf engstem Raum zusammen mit Kindern und Greisen. Bilal erinnert sich an Hunger und Folter. Die Flucht übers Meer auf einem überfüllten Schlauchboot habe ihn nicht mehr schrecken können.
Kontrolle, Hass, Folter und Angst kennen auch die Menschen in Belarus. Im Radiofeature “Gedankenverbrechen in Belarus” hörte die 2HMB, wie George Orwells “1984” unter Machthaber Aljaksandr Lukaschenka Realität geworden ist. Und durch den Film “Citizenfour” erfuhren die Schüler:innen über Whistleblower Edward Snowden und die Massenüberwachung von Onlinekommunikation und Telefonaten. “Welche Kontrolle gebt ihr freiwillig ab?”, fragte Dimi vom Verein “Chaos Computer Club Wien/Chaos macht Schule” beim Besuch in der KMD Herbststrasse. Auf den Workshop über Datensicherheit freuen wir uns schon! Zum Abschluss unseres Themenblocks verfassten die Schüler:innen eigene Dystopien, Gedichte, Songtexte und alternative Enden von „1984“ und wir schauten François Truffauts “Fahrenheit 451”.












