Ein Bericht von Christa Gasz
Lehrerin an der KMD Herbststrasse für Deutsch, Geschichte & politische Bildung sowie Kunst- und Kulturgeschichte
Wie unterschiedlich denken Lehrende aus verschiedenen europäischen Ländern über Kultur, Bildung und die Zukunft des Lernens mit Künstlicher Intelligenz? Mit dieser Frage beschäftigte sich das internationale Seminar „Digital Tools for Cultural Heritage Education“ in Florenz, an dem ich gemeinsam mit Lehrpersonen aus Tschechien, Ungarn, Deutschland, Spanien und Österreich teilnahm.
Ein Schwerpunkt des Seminars war die Frage, was Kultur und kulturelles Erbe eigentlich bedeuten. Gemeinsam tauschten wir uns über die Besonderheiten unserer Heimatländer aus und entdeckten dabei überraschend viele Gemeinsamkeiten. Die Gespräche zeigten, wie eng die europäischen Länder trotz ihrer Vielfalt miteinander verbunden sind und wie diese Vielfalt zugleich eine große Stärke darstellt.
Besonders bereichernd war die Arbeit in kleinen, bewusst gemischt zusammengestellten Gruppen. Durch die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe entstanden spannende Diskussionen und neue Blickwinkel auf Themen, die wir oft nur aus unserer eigenen nationalen Perspektive betrachten. Schnell wurde deutlich, wie viel wir voneinander lernen können, wenn verschiedene Erfahrungen, Biografien und Sichtweisen zusammenkommen.
Ein weiteres zentrales Thema war die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für unsere Gesellschaft und insbesondere für den Bildungsbereich. Dabei konnten wir verschiedene digitale Werkzeuge kennenlernen und praktisch ausprobieren. Besonders interessant war die Frage, wie solche Anwendungen sinnvoll und gewinnbringend im Unterricht eingesetzt werden können.
Neben den fachlichen Inhalten habe ich vor allem persönlich viel aus dem Seminar mitgenommen. Die Zusammenarbeit in einem internationalen Team hat nicht nur meine Fremdsprachenkenntnisse, sondern auch meine interkulturellen Kommunikationsfähigkeiten gestärkt und gezeigt, wie wichtig Offenheit, aktives Zuhören und der Austausch unterschiedlicher Perspektiven sind. Gleichzeitig konnte ich meine digitalen Kompetenzen erweitern und neue Impulse für meinen Unterricht gewinnen.
Besonders erfrischend war es für mich, für einige Tage die gewohnte Rolle als Lehrerin zu verlassen und selbst wieder auf der Seite der Lernenden zu sitzen. Diese Perspektive ermöglichte mir neue Einblicke in moderne Lernprozesse und erinnerte mich daran, welche Faktoren Motivation, Beteiligung und Lernerfolg aus Sicht der Schülerinnen und Schüler fördern. Gerade dieser Rollenwechsel machte viele der vorgestellten Methoden und Werkzeuge für mich besonders greifbar.
Mein Fazit: Das Seminar hat eindrucksvoll gezeigt, wie internationale Zusammenarbeit, kulturelle Vielfalt und moderne Technologien das Lernen bereichern können. Die Erfahrungen und Erkenntnisse werden mich auch in Zukunft begleiten und meine Arbeit im Bildungsbereich nachhaltig prägen.










